Pfalzmuseum für Naturkunde

Das größte jemals dokumentierte Hagelkorn hatte einen Durchmesser von 20,3 cm und fiel am 23. Juli 2010 in Vivian, South Dakota, zur Erde.

Das schwerste jemals dokumentierte Hagelkorn wog exakt ein Kilogramm und ging in einem katastrophalen Hagelsturm am 14. April 1986 in Bangladesch nieder.

Der Nordwesten von Kansas erfuhr am 3. Juni 1959 einen Hagelsturm, der eine 45 Zentimeter dicke Hageldecke auf einer Fläche rund sieben Mal so groß wie der Frankfurter Flughafen hinterlassen hat.

Hagel

Der Nordwesten von Kansas erfuhr am 3. Juni 1959 einen Hagelsturm, der eine 45 Zentimeter dicke Hageldecke auf einer Fläche rund sieben Mal so groß wie der Frankfurter Flughafen hinterlassen hat.
Gewitterwolken bestehen im wärmeren, unteren Teil aus Regentropfen und im kälteren, oberen Teil aus Eiskristallen. Sinken Eiskristalle schwerkraftbedingt in den wärmeren Wolkenteil ab, lagern sie dort Wasser an (A). Aufwinde tragen die wasserumhüllten Kristalle  zurück in den kalten Wolkenteil, wo die  angelagerte Wasserschicht gefriert (B).
Der Prozess aus Absinken, Wasseranlagerung, windgetriebenem Aufstieg und Gefrieren der Wasserschicht kann sich viele Male wiederholen. Es entstehen aus einzelnen Eisschichten aufgebaute Hagelkörner. Werden die Hagelkörner so schwer, dass der Wind sie nicht mehr innerhalb der Wolke in Bewegung halten kann, fallen sie zur Erde (C).
Hagelkornmaken Abguss
ca. 15 Jahre alt
Fundort: Colorado, USA

Hagelkornmarken

Hagelkornmarken sind einige Millimeter bis mehrere Zentimeter große, oft recht unregelmäßig gestaltete Vertiefungen in feinkörnigem Untergrund.
Hagelkörner sind oft schwer und treffen deshalb mit relativ großer Wucht auf den Boden. Experimentell erzeugte Hagelkornmarken zeigen einen trichterförmigen Haupteinschlagkrater mit einer kleinen, kantigen Zentralvertiefung. Den Haupteinschlagkrater umgibt gewöhnlich ein unregelmäßiger Wulst, dessen Breite mit der Größe des Hagelkorns und dem Feuchtegehalt des verformten Schlammes zunimmt.
Hagelkornmarken entstehen durch den Aufprall von Hagelkörnern in feuchtem Schlamm (A-C). Hagelkornmarken sind bei gleichem Durchmesser etwa doppelt so tief wie Regentropfenmarken.
Hagelschauer stellen sehr kurzlebige und räumlich eng begrenzte Wetterphänomene dar. Ihre fossile Überlieferung ist etwa so wahrscheinlich wie ein „Sechser im Lotto“.



Fossile Belege von Hagelkornmarken sind extrem selten – oder mehrheitlich nicht als solche erkannt.




Überzeugende Belege an fossilen Hagelkornmarken gibt es aus rund 600 Millionen Jahre alten Gesteinen von Mauretanien, Nordwestafrika, sowie aus weniger als halb so alten Ablagerungen aus der Frühzeit der Dinosaurier im Nordosten der USA.
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